Förderpädagogik

Förderpädagogin Anna Werisch mit Klangschale vor einem einfarbigem Hintergrund. Im Vordergrund steht die Headline „Chancen schaffen, Vielfalt fördern“.

Sinn stiften mit

Förderschullehramt in Thüringen – Bildung individuell gestalten

Manche Kinder lernen anders. Sie brauchen mehr Zeit, andere Zugänge oder gezielte Unterstützung. Lehrerinnen und Lehrer für Förderpädagogik helfen ihnen, ihren eigenen Lernweg zu finden.

Das Förderschullehramt verbindet Unterricht, Diagnostik und Beratung. Förderpädagoginnen und Förderpädagogen arbeiten mit Kindern und Jugendlichen mit besonderen Lern- oder Entwicklungsbedürfnissen – an Förderzentren oder im gemeinsamen Unterricht an allgemeinen Schulen. Ziel ist immer eine individuelle Förderung, die sich an den Stärken und Möglichkeiten der Schülerinnen und Schüler orientiert.

Dabei arbeiten sie eng mit Eltern, Lehrkräften anderer Schularten sowie Fachstellen wie Schulpsychologie, Jugendhilfe oder therapeutischen Diensten zusammen.

Förderpädagogin mit einem Schüler im Unterricht

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Förderpädagoginnen und Förderpädagogen können in unterschiedlichen schulischen Kontexten arbeiten.

Am Förderzentrum unterrichten sie Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf häufig in kleineren Lerngruppen und mit spezialpädagogischen Methoden. Sie entwickeln Förderpläne, beobachten Lernentwicklungen und beraten Eltern sowie Kolleginnen und Kollegen.

Im gemeinsamen Unterricht arbeiten sie an Grundschulen, Regelschulen, Gymnasien oder Gemeinschaftsschulen im Team mit Lehrkräften anderer Schularten. Sie unterstützen bei der Differenzierung im Unterricht, fördern einzelne Kinder gezielt und entwickeln inklusive Unterrichtskonzepte.

Viele Schulen sind außerdem Teil eines Netzwerkförderzentrums. Von dort aus werden Lehrkräfte für Förderpädagogik und sonderpädagogische Fachkräfte an verschiedene Schulen einer Region entsandt. Das ermöglicht Einblicke in unterschiedliche Schularten und vielfältige pädagogische Erfahrungen.

Gruppenarbeit mit Förderpädagogin

Förderung statt Defizit: Das Thüringer Diagnostikkonzept

Thüringen verfolgt ein bundesweit beachtetes Diagnostikkonzept. Im Mittelpunkt steht nicht die Klassifikation einer Behinderung, sondern die Frage: Welche Förderung braucht ein Kind, um erfolgreich lernen zu können?

Kennzeichnend sind:

  • Förderorientierung statt Defizitorientierung
  • Lernortunabhängigkeit: Erst wird der Förderbedarf festgestellt, danach der Lernort entschieden
  • Verbindung von pädagogischer und sonderpädagogischer Diagnostik
  • enge Zusammenarbeit verschiedener Professionen

Eine zentrale Rolle spielt dabei der Mobile Sonderpädagogische Dienst (MSD). Er organisiert die sonderpädagogische Diagnostik über die Schulämter und berät Schulen, Eltern sowie weitere Fachstellen.

Förderpädagogin mit zwei Schülern im Gemeinsamen Unterricht

Beste Perspektiven im Thüringer Schuldienst

Eine Tätigkeit im Förderschulbereich bietet sichere und attraktive Rahmenbedingungen:

  • Lehrkräfte mit dem Lehramt für Förderpädagogik werden verbeamtet und in die A13 eingestuft
  • unbefristete Beschäftigung im öffentlichen Dienst
  • planbare Arbeitszeiten ohne Nacht- oder Schichtdienst
  • Ferienzeiten als planbare Erholungsphasen
  • vielfältige kostenfreie Fortbildungen

Zudem arbeiten Förderpädagoginnen und Förderpädagogen in multiprofessionellen Teams und haben viele Möglichkeiten zur fachlichen Weiterentwicklung.

Förderpädagogin an der Tafel im Unterricht

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